PROMINENTE: „Viagra? Dafür ist es doch da!“
Er 84, sie 24: Playboy-Gründer Hugh Hefner heiratet zum dritten Mal

WASHINGTON – Es kann kein Zufall sein, dass Crystal Harris die wasserstoffblonden Haare lang trägt, sich gern im Bikini vor der Kamera räkelt und in jedem zweiten Satz das Wort „Spaß“ unterbringt. Hugh Hefner, alias Hef, legt großen Wert auf solche Sachen. Obendrein entsprechen ihre 24 Jahre ungefähr dem, was Mister Playboy für angemessen hält bei einer Braut.
Der Haken: Während Hef am 9. April seinen Fünfundachtzigsten feiert, ist seine neueste Verlobte so jung wie jene Frauen, denen er den Hof machte, als im Weißen Haus noch Dwight Eisenhower regierte. „Das Beste habe ich mir für den Schluss aufgehoben“, sagt Hef schmunzelnd. Welche Rolle eine gewisse Pille bei alledem spiele, wollte CNN-Talker Piers Morgan neulich wissen. „Viagra? Dafür ist es doch da!“, sagte Hef. „Es eliminiert die Nachteile des Alters.“
Im Juni sollen die Hochzeitsglocken läuten, und schon jetzt hängt der Veteran der leichten Lebensart den Termin an die große Glocke. Erinnerungen werden wach an die seltsame Liaison, die das kurvige Unterwäschemodel Anna Nicole Smith, in den 90ern das Pin-up-Girl der Nation, mit dem greisen Tycoon Howard Marshall hatte. Zuletzt war es für Hefner eher bergab gegangen. Von seinem „Playboy“ werden nur noch 1,5 Millionen Exemplare gedruckt, während es vor 40 Jahren sieben Millionen waren.
1953, als es begann, hing der Himmel noch voller Geigen. Da hob Hefner, bis dato Manager einer Zeitschrift namens „Children’s Activities“, unternehmungslustig ein glamouröses Lifestyle-Magazin aus der Taufe. Lesen sollten es betuchte Junggesellen, die sich im biederen Nachkriegsamerika nach Sex, Freiheit und Vergnügen sehnten. Schöne Autos, schöne Reisen, schöne Frauen. Marilyn Monroe schmückte in lasziver Pose den Titel des Premierenhefts. Später zogen sich Frauen wie Kim Basinger, LaToya Jackson, Nancy Sinatra, Katarina Witt oder Tanja Szewczenko für den Playboy aus.
Hefner führte schon seit Ende der Fünfziger ein Leben wie eine Romanfigur. Mit sieben Gespielinnen zugleich vergnügte er sich in seiner Playboy-Villa, einem neugotischen Palast in der Nähe von Hollywood. Sein Privatflugzeug nennt er „Big Bunny“. Die Mahlzeiten nimmt er in seidenen Pyjamas in seinem Schlafzimmer ein. Seine Haut, gepflegt mit reichlich Baby-Öl, lässt an die Wachsfiguren in Madame Tussauds Kabinett denken.
1989, vier Jahre nach einem Schlaganfall, heiratet er Kimberley Conrad, ein Ex-Playmate des Monats. Die Ehe hält neun Jahre. Es wird ruhiger um ihn, oft wirkt er wie ein Relikt aus verflossener Zeit. Die Hochzeit mit Crystal Harris, begleitet von jeder Menge Publicity, kommt da gerade recht. Entdeckt hat Hefner seine Künftige übrigens auf einer Halloween-Party, verkleidet als französische Magd. Zwei Wochen später ließ sie ihr Psychologiestudium sausen. „Ich dachte, es wäre cool, ein bisschen mit Hef abzuhängen“, sagt sie zu ihrer Entscheidung. „Lernen, glaube ich, kann man später immer noch.“